Handy – sicher untergebracht

Ein sicheres Plätzchen fürs Taschentelefon

Ein sicheres Plätzchen fürs Taschentelefon

 

“Das ist ein Witz, oder?”

“Nein, das ist kein Witz”,

versichert die Lieblingshausziege, als sie ihr Taschentelefon im Büstenhalter verstaut, dort etwa, wo bei einer Polizistin die Pistole im Schulterhalfter sitzen würde.

“So merke ich, ob der Vibrationsalarm das Handy klingeln lässt. Außerdem ist es hier sicher vor jedem Lehrer.”

Das stimmt. Welcher Lehrer würde es wagen, einem Mädchen an den Busen zu fassen, auch wenn sie dort etwas versteckt hat, was in der Schule verboten ist. Und erinnere mich zurück an meine eigene Schulzeit:

 

Taschentelefone gab es noch nicht. Also konnten sie in der Schule auch nicht verboten werden. Allerdings war das Rauchen verboten, für alle, die noch keine 16 Jahre alt waren und der Besitz von Zigaretten ebenso. Ab der 8. Klasse allerdings war Rauchen spannend, eben gerade weil es verboten war. Es schmeckte zwar nicht und die Zigaretten kosteten das Taschengeld, trotzdem war Rauchen angesagt. Damals mussten wir auch erfindungsreich sein, was das Verstecken der Zigaretten anging. In der Schultasche? Um Himmels Willen: Hatte ein Lehrer den Verdacht, dass jemand Glimmstängel im Ranzen hatte, musste dieser geöffnet und ausgepackt werden. Oder der Lehrer hat einfach selbst hinein geguckt und die Zigaretten gesucht. Das Erwischt-werden fanden wir zwar nicht so schön, gehörte aber dazu. Dumm gelaufen eben. Rauchen war verboten, wer erwischt wurde, hatte die Konsequenzen zu tragen. Das wussten alle und es war kein Problem, eher ein fröhliches Versteckspiel. Jeder wusste schließlich, dass er dabei gegen Regeln verstößt und dass die Lehrer schließlich in der Schule für uns verantwortlich waren, auch dafür, dass wir die Regeln einhielten.

Heutzutage würde sich kein Lehrer mehr wagen, einen Ranzen zu kontrollieren. Da wäre der kollektive Aufschrei gewiss: Die geheiligte Privatsphäre! Doch was ist mit dem Erziehungsauftrag, den ja auch die Schule und die Lehrer haben? Sie sollen dabei die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor Schaden bewahren und dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden. Rauchen ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren übrigens immer noch verboten. Aber wer kontrolliert dann die Taschen?

Da fällt mir noch was ein: Zu der Zeit, als ich in die Schule ging, gab es noch keine Amokläufe in der Schule, auch Drogen waren, nunja, nicht so häufig: (Oder ich war einfach zu naiv und hab davon nichts mitbekommen, kann ja sein). Aber was machen die Lehrer, wenn Schüler Drogen oder Waffen in die Schule bringen, und die Taschen nicht mehr kontrolliert werden dürfen?

Noch was: Die Taschen meiner Kinder habe ich schon ab und zu als Mutter kontrolliert. Manchmal finde ich dort die Mitteilungen zur Elternversammlung, zu einer platzsparenden Ziehharmonika gefaltet. Oder ein ehemaliges Frühstück fühlt sich einsam, friert und zieht sich ein kuscheliges Schimmelpelzchen an.

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2 Kommentare

    • Das freut mich sehr. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich diese Lieblingshausziege zum Bloggen überredet habe und hoffe, dass sie auch dabei bleibt. Immerhin denke ich, dass es viele interessieren könnte. 🙂


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